Interview mit Sven Müller

"Pandemie lehrt uns, schnell und flexibel zu sein"

Dem Blaulicht ist Sven Müller auf mehrfache Weise verbunden: Er arbeitet hauptberuflich in der Pressestelle der Münchner Polizei und hat seinen Zivildienst beim ASB-Rettungsdienst absolviert. Noch heute ist er im Rettungsdienst und Katastrophenschutz ehrenamtlich aktiv. Sven Müller wurde im März 2020 in den ASB-Landesvorstand gewählt.

Sven Müller ist auch noch Mitglied der Kontrollkommission des ASB-Regionalverbandes München/Oberbayern.

Sie haben Ihren Zivildienst beim ASB absolviert. Was war ausschlaggebend dafür, dass Sie der Organisation auch danach treu geblieben sind? Bei meinem Zivildienst vor über 30 Jahren habe ich viele Kollegen aus dem haupt- und ehrenamtlichen Bereich kennengelernt, die mich durch ihre Professionalität und mit ihrem hohen Arbeitsethos beeindruckt haben. Dazu wurden mir täglich Solidarität, Kollegialität und diese bedingungslose Bereitschaft zum Helfen vorbildlich vorgelebt. Für mich als jungen Menschen sehr prägende Erlebnisse, die in Kombination mit meiner persönlichen Freude am Arbeiten im Rettungsdienst einfach die Grundlagen geschaffen hatten, dass ich diesem Verein, den dort tätigen Menschen und der Tätigkeit loyal und treu bleiben musste.
 
Welche Erfahrungswerte aus Ihrem beruflichen Alltag können Sie in die ASB-Vorstandsarbeit einbringen?
Meine Tätigkeit im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit bei einer Behörde hat mir viele Impulse gebracht, um schnell und fokussiert bei komplexen Sachverhalten und Gemengelagen die wesentlichen Problemstellungen herausarbeiten zu können, um dann auch zeitnah mit Kernaussagen die internen und externen Bedarfsträger zufrieden zu stellen. Dies ist eigentlich auch eine der wichtigsten Aufgaben für einen Vorstand im Rahmen seiner strategischen Arbeit in einem großen Verband.
 
Welche besondere Bedeutung kommt dem ASB in Zeiten von Corona zu?
Die Corona-Pandemie lehrt uns, schnell und flexibel mit einer völlig neuen Lage umzugehen und den Menschen dabei zu helfen. Für viele dieser komplexen dadurch entstehenden Problemstellungen sind die Hilfsorganisationen oft die einzigen Organisationen, die mit ihrer Erfahrung und ihrer großen Anzahl an Ehrenamtlichen, schnell vor Ort Hilfe leisten können. Für den ASB sehe ich in dieser Krise eine große Chance, seine Prozesse zu schärfen und gerade auch im Ehrenamt neue Helfer zu gewinnen. Viele Menschen sehen jetzt, dass ihre oftmals bequeme und sorgenfreie Lebenswirklichkeit von einem auf den anderen Moment durch externe Einflüsse völlig in Frage gestellt sein kann und jetzt vor allem Solidarität zählt. Gerade eine Hilfsorganisation, wie der ASB, der seit über 100 Jahren solidarisch hilft, kann sich da als attraktiver, kreativer und konsequent helfender Partner in der Gesellschaft noch bekannter machen.
 
Wo sehen Sie den ASB im Jahr 2025?  
Ein gesellschaftlich relevanter und innovativer Player in der Sozialszene, der sich in Bayern inhaltlich noch breiter aufgestellt hat und auch noch flächendeckender präsent sein wird.